Landgang auf Tonga – ein Tag im Paradies

Auf Kreuzfahrten-Blogger.de sind wir auch immer stolz auf Gastbeiträge. Heute geben wir den Kreuzfahrt-Roman Autorin Brina Stein Gelegenheit über ihren paradiesischen Landgang auf Tonga zu berichten. Viel Spaß dabei!

„Im Rahmen meiner Kreuzfahrt um die Welt im Jahr 2015 steuerten wir auch Nuku‘alofa, den Hafen des Königreiches Tonga, an. Dieser Inselstaat, der im Südpazifik liegt und zu Polynesien gehört, hat ca. 105.000 Einwohner. Nuku’alofa ist die Hauptstadt und dort leben ca. 24.000 Menschen und viele von ihnen warteten schon sehr früh am Morgen an der Pier auf unser Kreuzfahrtschiff. Sie tanzten zur Begrüßung und winkten uns zu. Bekleidet waren sie teilweise mit Trachten und Blumenschmuck. Über ein Mikro drang eine weibliche Stimme an mein Ohr, die uns in tadellosem Englisch mittteilte, dass wir heute das freundlichste Land der Erde erreicht hatten. Was für eine schöne Begrüßung 😉

Praesidentenpalast vom Schiff aus
(Königspalast von Tonga)

Direkt am Hafen sahen wir den schönen Palast von König Tupou VI, der, wie wir aber erst später erfuhren, an diesem Tag leider in Italien weilte. Der König regiert den Staat seit 2012 und ist Jahrgang 1959. Wir hatten über unsere Reederei einen vierstündigen Ausflug gebucht, um möglichst viel von der Insel zu sehen. Es war März und selbst am frühen Morgen schon sehr warm. Im Laufe des Tages kletterte das Thermometer auf 37 Grad und zwar im Schatten!

Die erste Herausforderung war schon das Transportmittel, wir wurden in uralten Schulbussen herumgefahren, die natürlich nicht klimatisiert waren. Zum Glück war Samstag und die Kinder hatten frei. Zunächst besichtigten wir auf unserer Tour den Präsidentenpalast des Königs, was leider nur von außen möglich war. Erbaut wurde der Palast von einem Deutschen, Eduard Becker, in den Jahren 1865 bis 1867. Er dient aber heute nur noch als Repräsentationsort. Danach folgte ein kurzer Fotostopp an den Königsgräbern, die jeweils mit großen Denkmälern christlicher Darstellungen versehen worden sind. Auch hier galt: Fotos ja, aber bitte nur aus der Ferne. Die örtliche Reiseleiterin hatte viele interessante Geschichten rund um die Königsfamilie zu berichten und so tauchte ich mühelos in diese fremde, faszinierende Kultur am anderen Ende der Welt ein.

Brotfrucht am Baum

(Brotfrucht – frisch vom Baum)

Einen längeren Stopp legten wir in einem authentischen Dorf ein, Ancient Tonga. Die wirklich überaus freundlichen Einheimischen zeigten ihre Rituale und Tänze. Sie luden uns sogar ein, mit ihnen zu tanzen, doch bei knapp 38 Grad im Schatten zog ich es vor, eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss zu trinken und mir mit einem gekauften Fächer Luft zuzuwedeln. Sie zeigten uns außerdem, wie sie Teppiche herstellten und Holz zu wunderbaren Souvenirs verarbeiteten. Außerdem durfte man in einige Hütten schauen, um so einen Eindruck zu bekommen, wie man früher, aber teilweise auch heute noch lebte. Mir fiel auf, dass die Betten um ein Vielfaches kleiner als bei uns zu Hause waren. Das Highlight war der Gang durch die Küche, die in einem großen Zelt untergebracht war. Wir probierten Brotfrucht, Achtung Suchtgefahr! Sie wird ähnlich zubereitet wie eine Kartoffel, schmeckt aber um ein Vielfaches intensiver.

Blowhole Tonga
(Blow Hole)

Viel zu schnell für meinen Geschmack verließen wir diesen Ort wieder und stoppten für einen neuen Halt an einem Blow Hole. Hier konnte man die ganze Kraft des Pazifischen Ozeans sehen und fühlen, denn einige Wasserfontänen schossen knapp 20 Meter in schöner Regelmäßigkeit aus dem besagten Loch heraus. Es war ein beeindruckendes Naturschauspiel und aufgrund der Hitze hätte ich nichts dagegen gehabt, das Meer zu spüren, doch die Fontänen waren leider zu weit entfernt. Auf dem Weg zum Hafen hielten wir noch an einer Allee aus großen Bäumen an, und die örtliche Reiseleiterin versprach, dass wir nun fliegende Hunde sehen würden. Sie selbst hatte großen Respekt vor ihnen und blieb auch sehr nahe am Bus stehen. Tatsächlich saßen die Flughunde hier auch zu Dutzenden in den Bäumen und, obwohl sie nachtaktive Tiere sind, konnten wir einige fliegen sehen.

Flughund
(Flughunde)

Zurück im Hafen angekommen, kroch ich doch sehr müde aus dem Bus, aber eine kurze Shoppingtour bei den aufgebauten Ständen musste sein. Ein T-Shirt von Tonga wanderte ins Gepäck und, wenn ich es heute trage, dann erinnere ich mich immer gern an diesen tollen Tag am anderen Ende der Welt. Genau so freundlich, wie die Einheimischen uns begrüßt hatten, verabschiedeten sie sich übrigens beim Ablegen auch wieder. Ich sah ganze Familien, die im Wasser standen und winkten. Unser Kreuzfahrtschiff, die Costa Deliziosa, verabschiedete sich mit drei langen Tönen aus ihrem Typhon. Tonga hat übrigens einen eigenen Wahlspruch: Ko e ʻOtua mo Tonga ko hoku tofiʻa, was auf Deutsch übersetzt heißt: Gott und Tonga sind mein Erbe. Dieser Spruch ist auch in dem wunderschönen Staatswappen eingearbeitet, welches 1862 vom Prinzen Uelongatoni Ngu Tupou zusammen mit dem Pfarrer Shirley Baker entworfen worden ist. Für mich passt das. Ein Besuch in diesem freundlichen Königreich gleicht einem Tag im Paradies.

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag der Kreuzfahrt-Roman Autorin Brina Stein.

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