Panoramafahrt zu Corona-Zeiten – Erfahrungen mit TUI Mein Schiff

Erfahrungsbericht unserer Leserin Steffi. Sie war mit Mein Schiff auf einer „Panoramafahrt zu Corona-Zeiten“.

TUI Cruises bietet nach dem Lockdown mit als erste Reederei wieder Kreuzfahrten ab Deutschland an. Sogenannte Panoramafahrten ab Hamburg oder Kiel bieten „vollen Schiffsgenuss“ – ohne Landgang und mit strengen Hygieneregeln. Was gibt es bereits im Vorfeld bzw. auf der Reise zu beachten? Welche Neuerungen gibt es? Und lohnt sich eine solche Fahrt?

Folgende Erfahrungen hat Steffi von ihrer Panoramafahrt auf der MeinSchiff 1 mitgebracht:

⁃ Coronatest (PCR)
⁃ Derzeitiger Ablauf An- und Abreise
⁃ Hygienemaßnahmen
⁃ Tägliches Fiebermessen
⁃ Sicherheitseinweisung
⁃ Bordprogramm
⁃ Restaurant- und Barbesuche
⁃ Fazit

PCR-Coronatest im Vorfeld der Reise

Hierfür hat TUI Cruises eine Kooperation mit den Helios-Kliniken abgeschlossen. Das heisst, alle Passagiere (außer Kinder unter 6 Jahren) müssen an vorgegebenen Tagen vor der Kreuzfahrt zum sog. Corona-Test. Bei uns gab es, mit Abfahrt am Freitag ab Kiel, die Möglichkeit zum Test am Montag + Dienstag sowie Mittwoch Vormittag. Das hört sich im ersten Moment komisch an, war jedoch halb so schlimm. Helios hat über Deutschland verteilt 86 Kliniken, welche kostenlos den Test bei den Passagieren durchführen. Die Kosten sind bereits im Reisepreis enthalten und werden direkt zwischen TUI und Helios abgerechnet. Eine Terminvereinbarung im Vorfeld ist nicht notwendig.
In der Klinik mussten wir unseren Schiffspass vorzeigen (diesen erhält man als Download beim Online Check-In), ein Formular mit persönlichen Daten und eine Datenschutzerklärung ausfüllen und dann ging es auch schon los. Bei uns wurde lediglich ein Rachenabstrich durchgeführt, von welchem nichts zu spüren war. Andere Reisende haben allerdings auch von Nasen-Rachen- Abstrichen berichtet. Auch ist das Vorgehen der jeweiligen Kliniken unterschiedlich. Bei uns wurde lediglich der Schiffspass verlangt, andere haben auch die Versichertenkarte der Krankenversicherung und/oder den Personalausweis benötigt. Alles in allem dauerte der Besuch in der Klinik ca. 15 Minuten. Nachricht erhält der Passagier nur, falls ein positives Ergebnis vorliegt. Erhält man bis Donnerstag, 16:00 Uhr, keine telefonische Nachricht, kann man beruhigt zum Schiff aufbrechen und TUI Cruises wird über die Reisefähigkeit des Passagiers informiert.

Anreise-/Abreisezeitfenster buchen

Alle Passagiere müssen im Vorfeld der Reise über das persönliche Reiseportal ein Check-In-Zeitfenster (zwischen 15:00-16:00 Uhr, 16:00-17:00 Uhr oder 17:00-18:00 Uhr bei Abfahrt um 19:00 Uhr) entscheiden und dieses reservieren. Dies ist im Rahmen des Online-Check-In möglich. So stellt TUI Cruises sicher, dass sich nur eine bestimmte Anzahl an Passagieren im Cruise-Terminal befindet. Sollte man nicht rechtzeitig vor Ort sein, muss man außerhalb des Terminals warten, bis ein späteres Zeitfenster freie Plätze bietet.
Für Bahnanreisende stellt TUI Cruises einen kostenlosen Busshuttle zur Verfügung. Diesen kann man jeweils 15 Minuten vor und bis maximal 45 Minuten nach seinem gebuchten Check-In-Zeitfenster nutzen. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Tipp: Die Busse in Kiel stehen meist schon eher zur Verfügung. Allerdings kommt man trotzdem nicht vorher ins Terminal und muss dann dort in der Schlange warten. Immerhin kann man den Koffer direkt nach Ankunft abgeben.

Zu Beginn des gebuchten Zeitfensters geht der Check-In recht flott und vor allem völlig kontaktlos von statten. Gesundheitsfragebogen abgeben, Schiffspass und Ausweis/Reisepass scannen, Fieber messen und schon kann man das Schiff betreten. Die Bordkarten erwarten einen an der Kabinentür.

Ähnlich geht auch die Abreise von statten. Es gibt Abreisezeitfenster von 7:00-10:00 Uhr, jeweils eine halbe Stunde lang. Buchbar sind diese frühzeitig vor Anreise über das Bordportal unter Programm. Zu beachten ist, dass die Shuttlebusse zum Bahnhof wirklich nur bis Punkt 10:00 Uhr bereit stehen, somit sollten sich Passagiere des letzten Zeitfensters nicht allzu viel Zeit beim Verlassen des Schiffes lassen. Die Kabine kann man bis zum gebuchten Zeitfenster nutzen. Es wird geraten, die Koffer selbst mit von Bord zu nehmen. Der übliche Gepäckservice wird aber ebenfalls angeboten.

Verstärkte Hygienemaßnahmen

Schon beim Check-In sind die ausgeweiteten Hygienemaßnahmen bemerkbar. Jeder Schalter wurde nach Benutzung immer wieder desinfiziert und wir hatten bis zur Ankunft auf der Kabine bereits 6x unsere Hände desinfizieren müssen! Zudem stehen überall im Schiff dutzende Spender mit Desinfektionsmittel bereit. Wirklich an jeder Ecke gibt es Hinweisschilder und Klebestreifen auf dem Boden. Das System ist sehr gut durchdacht und wurde von der Crew, aber auch von allen Mitreisenden – zumindest bei unserer Reise – stets beachtet.

Grundsätzlich ist in allen öffentlichen Bereichen das Tragen des Mund-Nase- Schutzes Pflicht. Zusätzlich in den Außenbereichen, sofern hier ein Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Obwohl TUI Cruises auf das Mitbringen von Schutzmasken hingewiesen hat, liegen auf der Kabine pro Passagier je 5 Schutzmasken bereit.

Tägliches Fiebermessen

Täglich zwischen 8:30-12:00 Uhr muss jeder Passagier zum Fiebermessen. Dies ist ein kurzer Stopp in der AbtanzBar, Kabinennummer nennen, kontaktlos via Display (ähnlich einem Selfie) Fieber messen lassen und das war‘s schon. Wir haben dies immer beim Gang zum Frühstück erledigt und es war wirklich nicht störend.

Sicherheitseinweisung

Direkt nach Ankunft auf der Kabine muss sich jeder Passagier bei seiner Musterstation einfinden. Hier wird in Kleingruppen (max. 10 Personen) wirklich nur 2-3 Minuten die Vorführung zum korrekten Anlegen der Rettungsweste im Notfall demonstriert. Eine sehr angenehme Neuerung, welche auch nach Corona anstatt der bisherigen Rettungsübung gerne beibehalten werden kann.

Bordprogramm und Unterhaltung

Völlig kontaktlos kann man auf dem Schiff über das Bordportal (via Mobiltelefon oder TV-Gerät) sein gewünschtes Bordprogramm zusammenstellen. Eine Reservierung der einzelnen Programmpunkte ist notwendig, damit auch hier die maximale Personenanzahl und die Kontaktpersonen jederzeit nachvollzogen werden können. Eine Stornierung ist natürlich nachträglich noch möglich. Von verschiedenen Sportkursen, persönliche Spielzeiten für Kinder, über Vorträge oder Vorstellungen, bis hin zur Saunanutzung muss über dieses Portal alles gebucht werden.
Tipp: Erste Programmpunkte standen im Portal bereits vor Anreise ab Donnerstags gegen 15:00 Uhr auf der Homepage unter „Meine Reise“ bereit.

In den Restaurants und Bars

Wie üblich, muss man sich auch weiterhin in den Inklusiv-Restaurants nicht anmelden. Am Eingang bieten die meisten Restaurants Handwaschbecken und natürlich auch Desinfektionsspender, welche jetzt unter Aufsicht benutzt werden müssen. Anschließend gibt man seine Kabinennummer an und wird zum Tisch gebracht. Platzierungswünsche werden, sofern möglich, jederzeit gerne von der Crew berücksichtigt. Es wird derzeit grundsätzlich nur jeder zweite Tische belegt, sodass genügend Abstand eingehalten wird. Am Tisch selbst kann man den Mund-Nase-Schutz ablegen. In den Restaurants mit Service am Platz war dies auch schon die einzige Neuerung. Etwas anders sieht es im Buffetrestaurant aus. Gleiches Prozedere mit Einlass und Platzierung. Neu dagegen ist, dass man beim Einlass direkt ein Päckchen, welches eine Gabel, ein Messer, einen Löffel und eine Serviette beinhaltet, erhält. Somit, für alle Gänge ein Besteck und nur eine Serviette! Hier wünscht man sich ab und an doch die Besteckständer zurück.

Abgepacktes Besteck während Corona-Zeiten

Außerdem ist neu, dass jeglicher Zapf- und Schöpfservice durch das Personal erledigt wird. Absperrbänder und Markierungen auf dem Boden zeigen jederzeit an, wo der Passagier zu stehen hat. Man kann sich aussuchen, was man haben möchte und teilt dies extra dafür abgestelltem Personal mit. Diese befüllen dann Teller und Tassen/Gläser. Bei den ersten Besuchen ist dies etwas befremdlich und man ertappt sich immer wieder, dass man doch versucht selbst zuzugreifen. Teilweise wurde leider sehr viel geschöpft oder in Soße ertränkt. Sicher würde mancher Teller bei Selbstbedienung mehr den eigenen Wünschen entsprechen. Leider ist das Personal hier auch fast schon etwas aufdringlich und lässt wenig Zeit zur Auswahl der Speisen. Nach und nach gewöhnt man sich daran und hat dann auch etwas den Dreh zur Anweisung des Personals raus.

In den Bars gab es, auf jedem Tisch den man nutzen durfte, einen Aufsteller mit einem QR-Code. Über diesen konnte man per Mobiltelefon die zur Bar gehörende Getränkekarte aufrufen. Nur auf ausdrücklichen Wunsch erhält man eine Papierkarte. In den Restaurants lagen meist Karten bereit. In den Bars wird man am Tisch bedient. Direkt an der Bar sind die Sitzplätze leider gesperrt.

QR-Codes statt Papier-Speisekarten

Mein Fazit

Bei unserer Tour waren nur 475 Passagiere an Bord, was absoluter Luxus ist. Mehr Platz und überall mehr als ausreichend Sitz- und Liegemöglichkeiten kann es auf einer Kreuzfahrt wirklich nicht geben. Absolute Entspannung und voller Schiffsgenuss sind sicher, da TUI Cruises die Schiffe mit maximal 60% der Passagierkapazitäten auslastet!
Jedem, der sich mit den Hygienemaßnahmen und ein paar besonderen Regeln an Bord anfreunden kann, empfehle ich absolut solch eine Panoramatour zu buchen.

Sonnenuntergang statt Landgang – auf der Corona-Panoramafahrt

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